Was verbindet Sport, Vereinsleben und Kommunalpolitik? – Mein Gespräch mit Holger Elixmann
Mein Gespräch mit Holger Elixmann
Wenn man zwei Bereiche vergleicht, die auf den ersten Blick unterschiedlich wirken – der Profisport auf der einen, die lokale Kommunalpolitik auf der anderen Seite –, stellt man überraschend schnell fest: Die Kernfragen sind oft dieselben. Wie schafft man Zusammenhalt? Wie motiviert man Menschen, gemeinsam an einem Ziel zu arbeiten? Und wie geht man mit Phasen um, in denen es mal nicht nach Plan läuft?
In einer neuen Folge meiner Interviewreihe „Talk mit Michael“ habe ich mich genau darüber mit Holger Elixmann, dem Präsidenten des VfL Osnabrück, ausgetauscht.
Das „Lagerfeuer“ der Gesellschaft
Holger hat im Gespräch einen Satz geprägt, der mir noch lange nachgegangen ist: Das Stadion ist das letzte Lagerfeuer in Osnabrück.
Ein prägnanter Vergleich, der einen wichtigen Nerv trifft. Was er damit meint, ist der unschätzbare Wert von Orten, an denen Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft, mit unterschiedlichen Ideologien oder Lebensläufen zusammenkommen. Im Sportverein spielt es in der Kabine oder auf der Tribüne keine Rolle, woher jemand kommt oder was er beruflich macht. Es zählt das gemeinsame Ziel, die Freude am Spiel und das Miteinander.
Genau dieses Prinzip müssen wir auch in der Kommunalpolitik bewahren und fördern. Wir erleben zurzeit, wie gewohnte Nachbarschaftsstrukturen und klassische Treffpunkte schleichend verloren gehen. Wenn Häuser den Besitzer wechseln oder Anonymität Einzug hält, schwindet oft auch das spontane Miteinander.
Begegnungsorte schaffen – Von Dorftreffs bis zu neuen Wohnformen
Für mich ist deshalb klar: Wenn wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt sichern wollen, müssen wir aktiv Infrastruktur für Begegnungen schaffen.
- Dorftreffs als moderne Ankerpunkte: Wir brauchen Orte in unseren Ortsteilen, an denen Menschen ohne Vereinszwang oder Hürden zusammenkommen können. Einfach da sein, sich austauschen – daraus entsteht schrittweise wieder das Vertrauen, das schließlich auch das Ehrenamt trägt.
- Neudenken von Wohnen und Alter: Zusammenhalt zeigt sich auch darin, wie wir mit den älteren Generationen umgehen. Modelle wie selbstbestimmte Wohngemeinschaften (z. B. auf umgebauten Bauernhöfen) bieten nicht nur ein behütetes, gemeinschaftliches Umfeld im Alter, sondern machen gleichzeitig große Wohnhäuser frei für junge Familien – ganz ohne stetigen neuen Flächenverbrauch.
Ehrenamt braucht Rückhalt
Sowohl im Sport als auch in der Kommunalpolitik gilt: Ohne Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und die extra Meile zu gehen, funktioniert kein System. Jeder Euro und jede Unterstützung, die wir in unsere Vereine und Anlaufstellen investieren, ist ein Investment in das Fundament unserer Gemeinschaft.
Ich danke Holger Elixmann sehr für das offene, inspirierende Gespräch und wünsche dem VfL Osnabrück eine erfolgreiche Saison!







